Kapitel 4: Tipps zur Verwendung von Target

In Zusammenarbeit mit unzähligen Target-Benutzern haben wir Wege gefunden, durch die Sie noch mehr Wert aus Ihrer Target-Lösung erhalten. Diese haben wir zu Tipps zusammengestellt, die wir Ihnen in diesem Kapitel vorstellen. Vermutlich werden Sie jetzt noch nicht alle diese Ideen umsetzen können. Werfen Sie jedoch immer wieder einen Blick darauf. Mit zunehmender Erfahrung und Reife Ihres Programms werden Sie den Wert dieser Tipps erkennen und sie nach und nach umsetzen, um mehr mit Target zu erreichen.

Tipp 1: Optimieren Sie die Personalisierung durch zusätzliche Daten im Besucherprofil.

Sie können Erlebnisse bereits sehr gut mit den vorkonfigurierten Target-Daten personalisieren. Wenn Sie diesem Angebot aber noch eigene Daten hinzufügen, erhalten Sie wesentlich bessere Personalisierungsergebnisse. Sie können Ihr Profil mit historischen Daten aus Adobe Analytics und Echtzeitdaten aus Adobe Audience Manager erweitern. Sie können auch Kundenattribute verwenden, eine Funktion des People Core Service von Adobe Experience Cloud, und CRM-Daten, Partnerdaten von Zweitanbietern und zugekaufte Daten von Drittanbietern problemlos in Target integrieren.

Beispielsweise können Sie Kaufdaten aus Ihrem Point-of-Sale-System mit einem Besucherprofil verknüpfen. Erstellen Sie dazu einfach eine CSV-Datei mit bis zu 200 Offline-Variablen und laden Sie diese Datei über einen Datei-Upload entweder direkt in die Adobe Experience Cloud hoch oder verwenden Sie FTP, um die Datei zu hosten und regelmäßig zu aktualisieren. Sobald sich Ihre Kundenattribute in der Adobe Experience Cloud befinden, können Sie sie Experience Cloud-Lösungen wie Adobe Analytics und Target zuordnen. Dort stehen sie dann für Analysen, Tests und für die Personalisierung zur Verfügung.

Eine schrittweise Anleitung finden Sie unter Benutzerspezifische Attribute.

Gut zu wissen: Da es sich bei Target um eine offene und agnostische Plattform handelt, deren Unterstützung für verschiedene Technologien herausragend ist, können Sie CRM- oder erworbene Daten auf viele verschiedene Weisen hinzufügen. Sie können also die Methode wählen, die für Ihre Organisation am besten geeignet ist.

Weitere Informationen finden Sie unter Verfahren für die Datenübernahme in Target.

Tipp 2: Optimieren Sie die Personalisierung durch Kombination Ihrer Target-Zielgruppen mit anderen Zielgruppen aus Adobe Experience Cloud.

Durch Kombination Ihrer Zielgruppen aus unterschiedlichen Adobe Experience Cloud-Lösungen erhalten Sie einen tieferen Einblick in Ihre Kunden und wesentlich bessere Optimierungsmöglichkeiten. So stellt Ihnen Target beispielsweise Echtzeitdaten zu Ihren Zielgruppen bereit, aus Adobe Analytics erhalten Sie zusätzlich jedoch auch historische Daten. Aus der Kombination beider Daten können Sie ermitteln, ob sich das Verhalten eines Kunden ändert und ob es eine Gelegenheit gibt, auf neues Verhalten zu reagieren. Klicken Sie beim Erstellen einer Aktivität einfach auf das Dropdown-Menü neben „Alle Besucher“. Aktivieren Sie danach die Kontrollkästchen von bis zu zwanzig Zielgruppen, klicken Sie auf „Mehrere Zielgruppen kombinieren“ und dann auf „Speichern“.

Eine schrittweise Anleitung finden Sie unter Kombinieren mehrerer Zielgruppen.

Gut zu wissen: Adobe Audience Manager-Zielgruppen sind in Target automatisch verfügbar. Die Freigabe von Adobe Analytics-Zielgruppen muss jedoch manuell eingerichtet werden. Aktivieren Sie bei der Erstellung der Zielgruppe in Analytics einfach das Kontrollkästchen „Als Experience Cloud-Zielgruppe festlegen“. Klicken Sie dann in Target auf „Experience Cloud-Zielgruppen importieren“.

Tipp 3: Exportieren Sie Daten aus Target in Programme von Drittanbietern.

Mit Antwort-Token können Administratoren Daten problemlos aus Target in Programme von Drittanbietern exportieren. Dies ist zum Beispiel sehr praktisch, wenn Sie Ihre Daten zu anderen Daten hinzufügen möchten, die in einem Umfragetool erfasst wurden. Wenn beispielsweise eine Stichprobe einer Bevölkerung in einer Umfrage ein Erlebnis mit „9“ Punkten und eine andere Stichprobe dasselbe Erlebnis mit „4“ Punkten bewertete, können Sie anhand Ihrer Daten ermitteln, wer Erlebnis A und wer Erlebnis B gesehen hat. Mit Antwort-Token können Sie Ihre Target-Daten auch in Ihr internes Data Warehouse exportieren. Klicken Sie einfach auf „Administration“ und schalten Sie den Schalter neben dem gewünschten Antwort-Token auf „Ein“. Erstellen Sie danach eine Aktivität. Die Daten können nun an den Drittanbieter übertragen werden. Mit Debuggingwerkzeugen können Sie überprüfen, ob Target die Daten exportiert.

Eine schrittweise Anleitung finden Sie unter Antwort-Token.

Hinweis: Ein Administrator kann das einem Drittanbieter zugeordnete Antwort-Token nur aktivieren, wenn ein Entwickler eine Partnerschaft mit diesem Drittanbieterunternehmen eingerichtet hat.

Eine schrittweise Anleitung finden Sie unter Antwort-Token.

Erster Schritt: Vergewissern Sie sich, dass Sie at.js Version 1.1 oder höher verwenden. Wenn Sie eine frühere Version verwenden, werden die Antwort-Token zwar angezeigt, aber at.js kann sie nicht verwenden.

Tipp 4: Mit Zielgruppen aus folgenden Schlüsselvariablen wird Ihre Aktivität wertvoller.

Beziehen Sie in die Erstellung Ihrer Zielgruppen für das Targeting oder Testen von Promotions und Angeboten die folgenden Variablen ein:

  • Verhalten: Besuchs- und Kaufmuster auf der Site
  • Referrer: Verweisende Websites und Kampagnen
  • Temporär: Tageszeiten, Wochentage und saisonale Faktoren
  • Offline: Besuchs- und Kaufmuster in Ladengeschäften
  • Umgebung: Ursprungsland, Betriebssystem, Browsertyp

Tipp 5: Erteilen Sie Benutzern den Zugriff, den sie für ihre Arbeit benötigen.

Erleichtern Sie Ihren Benutzern die Arbeit mit den Daten Ihrer Organisation, ohne auf Sicherheit zu verzichten. In Target Premium können Administratoren die Zugriffsebene ihrer internen und externen Teams genau steuern.

Weitere Informationen finden Sie unter Enterprise-Benutzerberechtigungen.

Hinweis: Wenn beim Hinzufügen von Benutzern der Name eines Teammitglieds noch nicht zu Ihrer Organisation hinzugefügt wurde – dies ist häufig der Fall bei Mitarbeitern externer Unternehmen – und Sie dessen E-Mail-Adresse und Kennwort eingeben, erhält das Teammitglied eine E-Mail-Einladung zur Teilnahme am Arbeitsbereich des Teams.

Verwenden Sie Target Standard? Auch dort können Sie Ihren Benutzern drei Zugriffsebenen zuweisen – mit schreibgeschütztem Zugriff, Editorzugriff oder Genehmigerzugriff.

Tipp 6: Ermitteln Sie die Performance eines Angebots in der gesamten Kunden-Journey, indem Sie es auf jeder Seite der Journey testen.

Ermitteln Sie, wie ein Angebot, z. B. kostenloser Versand, in einer Kunden-Journey abschneidet, die mehrere Seiten Ihrer Website umfasst.

Eine schrittweise Anleitung finden Sie unter Mehrseitige Aktivität.

Hinweis: Wenn Sie nach der Angabe eines Seitenbereichs die URL ändern, wird das Erlebnis zurückgesetzt. Von Ihnen angegebene Varianzen werden dann nicht mehr angezeigt. Vergessen Sie nach einer URL-Änderung daher nicht, das Erlebnis neu zu definieren.

Tipp 7: Testen Sie ein Angebot mit verschiedenen Zielgruppen, um festzustellen, ob die Zielgruppen unterschiedliche Vorlieben haben.

Mit Erlebnisversionen können Sie einen Test mit Varianzen für beliebig viele Zielgruppen ausführen. Sie können beispielsweise eine Banneranzeige für kostenlosen Versand erstellen – mit Bild- und Währungsvarianten für Kunden in den USA, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten –, ohne getrennte Tests für drei verschiedene Zielgruppen durchführen zu müssen.

Eine schrittweise Anleitung finden Sie unter Verschiedene Erlebniszielgruppen in A/B-Tests und Erlebnisversionen in Adobe Target.

Tipp 8: Sparen Sie Zeit durch die Replizierung von Aktivitätserlebnissen auf ähnlichen Seiten.

Erstellen Sie auf einer Webseite eine Varianz, zum Beispiel eine neue Schaltflächenfarbe, und wenden Sie diese automatisch auf alle Seiten an, die aus derselben Vorlage erstellt wurden. Sie können einzelne Seiten angeben oder die Varianzen auf alle ähnlichen Seiten Ihrer Website anwenden.

Eine schrittweise Anleitung finden Sie unter Gleiches Erlebnis auf ähnlichen Seiten.

Tipp 9: Halten Sie Ihre Zielgruppenbibliothek durch die Erstellung einmalig verwendeter Zielgruppen überschaubar.

Wenn Sie Ihr Targeting für ein Kundensegment ausführen, von dem Sie wissen, dass Sie es künftig nicht mehr untersuchen werden (z. B. Kunden, die von einem außergewöhnlichen Wetterereignis betroffen sind), reicht eine nur einmal verwendbare Zielgruppe, die gar nicht erst in die Zielgruppenbibliothek aufgenommen wird, völlig aus. Zielgruppen, die Sie häufiger benötigen, finden Sie dadurch leichter.

Eine schrittweise Anleitung finden Sie unter Erstellen einer Zielgruppe „Nur Aktivität“.

Expliziter Kundenwunsch: Unsere Kunden baten uns immer wieder um eine Option, durch die Zielgruppen, die nur einmal verwendet werden, aus der automatischen Speicherung in der Zielgruppenbibliothek ausgenommen werden können. Diese Zielgruppen müssen nun nicht mehr manuell gelöscht werden, um die Bibliothek überschaubar zu halten.

Tipp 10: Führen Sie einfache Tests durch Weglassen des Standard-QA-Prozesses schneller durch.

Es gibt nichts Schlimmeres als eine fertige Aktivität zu haben und dann Wochen auf den Abschluss des Standard-QA-Prozesses warten zu müssen. Für die meisten Aktivitäten ist eine Qualitätssicherung, bei der Sie Kollegen einige QA-Links senden, damit diese die Aktivität in verschiedenen Browsern testen, durchaus ausreichend. Aktivitäten, durch die sich die Site-Funktion erheblich ändert, werden Sie mit Sicherheit einem gründlichen QA-Prozess unterziehen. Diese komplexen Aktivitäten kommen in der Praxis jedoch eher selten vor. Auch eine bessere Berechtigungskontrolle, durch die weniger Menschen Dinge live anstoßen können, setzt sinnvolle Grenzen, und Sie erreichen damit schneller und effizienter, was Sie brauchen. Eine weitere Möglichkeit wäre die Beauftragung einer dedizierten IT-Ressource, die für einen zügigen QA-Prozess sorgt.

Eine schrittweise Anleitung finden Sie unter Aktivitäts-QA.

Tipp 11: Führen Sie Tests auf Seiten mit hohem Traffic durch, damit sie schneller statistische Bedeutung erreichen.

Viele Marketer starten Optimierungsprogramme für die Segmentierung und das Targeting von Zielgruppen, ohne zu prüfen, ob das vorhandene Traffic-Aufkommen und die verwendeten Zielgruppen innerhalb des Testzeitraums zu signifikanten Ergebnissen für ihre Optimierungs- und Konversionsziele führen. Zur Vermeidung dieses häufigen Fehlers sollten Sie sich im Voraus folgende Fragen beantworten:

  • Wie viele Unique Visitors hat die Seite täglich?
  • Wie hoch ist die Konversionsrate der Seite?
  • Wie lange müssten Sie den Test voraussichtlich durchführen, um ihn mit einem signifikanten Ergebnis abschließen zu können?

Tipp: Verwenden Sie den Stichprobengrößenrechner von Target, um die für einen erfolgreichen Test erforderliche Stichprobengröße zu bestimmen.

Tipp 12: Entwerfen Sie einfachere Tests, um sicherzustellen, dass Sie sie erstellen und implementieren können.

Wenn alle Aspekte eines Testentwurfs berücksichtigt werden, kann ein Plan sehr komplex werden. Entscheiden Sie nach der Testerfahrung Ihres Unternehmens sowie der Kompetenz Ihres Teams im Entwerfen, Codieren und Ausführen von Tests und der Ergebnisanalyse, ob der Test zu ehrgeizig erscheint. Falls ja, seien Sie auch bereit, einen Schritt zurückzugehen und den Umfang und die Komplexität zu reduzieren. Es ist besser, bescheidener zu beginnen, als den Test gar nicht durchzuführen. Sie können keine effektive Steigerung bewirken, wenn Sie den Test nie starten. Es ist wichtig, die Vorstellungen Ihres Teams und die Realitäten Ihrer Ressourcen und Fähigkeiten in Einklang zu bringen.

Tipp 13: Teilen Sie komplexe Tests in kleinere Aktivitäten auf, die erreicht werden können.

Einem großen Test mit vielen Variablen und einer komplexen Entwicklung ist in aller Regel eine weniger komplexe Reihe kleinerer Tests mit weniger Variablen vorzuziehen. Dadurch lässt sich die Auswirkung der einzelnen Variablen auf die Test-Performance wesentlich besser erkennen. Auch technische Probleme, die in der Regel erst bei größeren Projekten entstehen, reduzieren sich dadurch.

Abbildung: Aufteilung komplexer Tests

Tipp 14: Maximieren Sie die Wirkung Ihrer Tests, indem Sie die Tests näher am Ende des Konversionstrichters durchführen.

Tests möglichst nahe an der Seite, auf der Besucher auf „Kauf abschließen“, „Antrag senden“ oder eine andere Art des Konversionsabschlusses klicken, haben in der Regel die wirkungsvollsten Ergebnisse. Besucher, die das Trichterende erreichen, sind meist qualifizierter, haben mehr Zeit investiert und sind bereit zu kaufen. Ein Test deren Präferenzen und Aktionen hilft Ihnen, wirklich rentable Änderungen vorzunehmen. Da die Seiten auf dem Kaufpfad für die Konversionsraten entscheidend sind, sollten auf diesen Seiten durchgeführte Tests vor dem Start mit wichtigen Stakeholdern abgesprochen werden.

Abbildung: Konversionstrichter

Tipp 15: Aktualisieren Sie Ihre Tests laufend, um iterative Verbesserungen zu erzielen.

Wenn sich Ihre Hypothese nicht als wahr erwiesen hat, denken Sie an Möglichkeiten, Ihren Test zu verbessern. Selbst wenn keines der getesteten Erlebnisse ein besseres Ergebnis als der Status Quo erreichte, war Ihr Experiment keine Zeitverschwendung. Ein erfolgreicher Test bedeutet nicht immer eine Umsatz- oder Konversionssteigerung. Wenn der Test Ihre Hypothese tatsächlich unterstützt, sind Sie auf dem besten Weg, eine allgemeine Theorie zu entwickeln. Aber auch wenn Sie ein eindeutiges Gewinnerergebnis haben, hören Sie damit noch nicht auf. Zu oft machen Marketer den Fehler, ein Mal zu testen und dann auf diese Ergebnisse zu setzen, ohne wirklich zu verstehen, was zu dem Erfolg führte. Versuchen Sie stattdessen, die Ergebnisse in einem iterierenden Test zu rekonstruieren, um festzustellen, warum der Front-Läufer vorne war. Sie erhalten dadurch tiefere Einblicke, die Sie für zukünftige Kampagnen nutzen können.

Tipp 16: Vergleichen Sie Tests und Personalisierungsaktivitäten, um festzustellen, wie Sie Ihr Targeting verbessern können.

Der Vergleich der Konversionsleistung verschiedener Zielgruppen in verschiedenen Tests an verschiedenen Orten kann helfen, die Optimierungsstrategie eines Unternehmens zu festigen und zu verfeinern. Ermitteln Sie durch Testvergleiche, welche Zielgruppen für Tests am wertvollsten sind, welche Zielgruppen zielgerichtete Erlebnisse erhalten sollten und welche Erlebnisse am wahrscheinlichsten eine Antwort hervorrufen.

Ein Kunde aus dem Finanzsektor beispielsweise führte eine Kampagne zur Bewerbung einer Kreditkarte durch, die durch Tickets für professionelle Sportveranstaltungen Konversionsanreize setzte. Durch partielles Multivariate Testing seiner Landingpages gelang es dem Kunden, seine Werbebotschaft zu den Vorteilen der Kreditkarte optimal mit dem Anreiz einer kostenlosen Sportveranstaltung zu erweitern und dadurch bestimmte Zielgruppen seines Kundenstamms gezielt anzusprechen. Mit diesem Ansatz gelang es dem Unternehmen innerhalb eines durch die Sportveranstaltung festgelegten Zeitfensters, seine Konversionsrate zu steigern und die Umsätze zu maximieren.

Tipp 17: Tests sollten nützlich sein – starten Sie einen Test nur, wenn Sie wissen, wie Sie mit den Daten umgehen.

Ein Test ist sinnlos, wenn Sie nicht genau wissen, wie Sie die daraus gewonnenen Daten verwerten. Dies schließt die Kenntnis Ihrer wichtigsten Erfolgsmetrik ein, was passieren muss, um einen Gewinner voranzutreiben, wie Sie die Testergebnisse umsetzen und was Sie mit den Zielgruppeninformationen machen werden. Für einen schnellen und erfolgreichen Test muss jedes am Test beteiligte Team (Entwickler, Designer, Testspezialisten usw.) seine Rolle schon vor dem Start des Tests ganz klar kennen.

Tipp 18: Stellen Sie vor dem Start eines Tests sicher, dass das Unternehmen auch bereit ist, den Testsieger voranzutreiben.

Erfolgreiche Optimierungsorganisationen glauben an das Konzept des Testens. Dabei ist ihnen bewusst, dass sich ihre professionellen Erwartungen zum vermutlichen Testsieger nicht unbedingt bewahrheiten. Sie bestimmen den Gewinner auf einer soliden Datengrundlage und sind bereit, das erfolgreichste Erlebnis nach dem Eintreffen der Ergebnisse live umzusetzen, selbst wenn es nicht ihren Erwartungen entspricht oder gar widersinnig erscheint.

Beispielsweise demonstrierte ein Kunde von Adobe aus dem Gesundheitswesen erst kürzlich den Wert von Tests, als sich in seinem Test zeigte, dass ein Hero-Banner, das das Team als klaren Favoriten betrachtete, die Konversionsrate tatsächlich negativ beeinflusste. Wenn Ihre Organisation noch nicht vollständig vom Konzept des Testens überzeugt ist, empfehlen sich zunächst einfachere, kleinere Tests, deren Ergebnisse schrittweise umgesetzt werden können.

Tipp 19: Kommunizieren Sie in Ihrer Organisation, dass Sie einen Test gestartet haben, um Irritationen aufgrund von Site-Änderungen zu vermeiden.

Einer der Vorteile von Aktivitäten, die Sie mit QA-Parametern einrichten, besteht darin, dass Sie diese Links mit allen Mitarbeitern Ihres Teams austauschen können. Ihre Kollegen wissen so um das Stattfinden von Testaktivitäten und sind nicht überrascht – oder meinen, die Site würde nicht richtig funktionieren –, wenn sie auf eine Testvariante stoßen.

Wenn Sie Ihre Organisation nach Abschluss der Tests über Kampagnenstarts, Testergebnisse und insbesondere die gewonnenen Erkenntnisse informieren, fördern Sie das Bewusstsein für die Tests und das Interesse an deren Ergebnissen. Durch Austausch der Ergebnisse mit allen Mitarbeitern der Organisation vermeiden Sie auch redundante Tests einer Hypothese. Jeder in der Organisation lernt daraus, was funktioniert, und kann mit diesen Erkenntnissen seine eigenen Vorstellungen dessen, was funktionieren könnte, vorantreiben oder relativieren. Für die Vermittlung Ihrer Erkenntnisse und wichtigsten Erfahrungen empfiehlt sich die Verwendung einer Vorlage.
Ziehen Sie auch in Erwägung, die Testerfahrungen Ihres Unternehmens in einem Handbuch oder einer Microsoft PowerPoint-Mappe zusammenzustellen und diese(s) für jeden im Unternehmen freizugeben.

Tipp 20: Erweitern Sie Ihre Tests auch auf mobile Funktionen, um innovativere mobile Erlebnisse zu schaffen.

Benutzererlebnisse auf Tablets und Smartphones finden im Wesentlichen über Touch-Elemente statt – nicht wie auf Desktops über Mausklicks und Tastatureingaben. Nutzen Sie für Erlebnisse auf Mobilgeräten die mobilen Anzeigesteuerelemente einschließlich Streichen, Tippen, Ziehen und mit zwei Fingern Auseinander- und Zusammenziehen. Verwenden Sie zur Steuerung der Interaktion und Navigation einfache, große Schaltflächen – z. B. für den Warenkorb oder die Videowiedergabe. Statten Sie Ihre Shopping-App für Mobilgeräte mit reichhaltigem Bildmaterial zu Ihren Produkten aus, das für den Gerätetyp optimiert ist. Suchen Sie nach jeder Gelegenheit, das Benutzererlebnis auf eingebettete, große Viewer oder interaktive Zoom- und Schwenkfunktionen im Vollbildmodus, 360-Grad-Rotationen und erweiterte Videofunktionen umzuleiten.

Tipp 21: Helfen Sie mobilen Besuchern durch Optimierung der mobilen Suchfunktion, das Gewünschte zu finden.

Mobilgerätebenutzer gehen in der Regel sehr zielstrebig vor. Die meisten von ihnen informieren sich vor jedem anderen Schritt auf einer mCommerce-Site zunächst über die Suchfunktion. Die Optimierung der Suche auf Mobilgeräten ist daher entscheidend. Zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Mobilgeräte sollten Sie explizite Navigationshilfen für einfaches Browsen integrieren. Implementieren Sie in Sucheingabefeldern zudem automatische Empfehlungen und Autokorrektur, um der unkomfortablen Texteingabe auf Mobilgeräten entgegenzuwirken. Stellen Sie überzeugende und relevante Suchergebnisse bereit, die an die Bildschirmgröße und -position angepasst sind.

Tipp 22: Erreichen Sie mobile Zielgruppen in Mobile-SEM-Kampagnen mit einem tageszeitlich angepassten Targeting.

Gewinnen Sie ein besseres Verständnis dafür, wie und wann Sie Ihre Zielgruppen erreichen, und maximieren Sie den Wert Ihrer täglichen Werbeausgaben durch Aufteilung Ihrer Kampagnen für Mobilgeräte in verschiedene tageszeitabhängige Segmente.

Viele Marketer machen den Fehler, für die Stunden, in denen bestimmte Geräte am meisten genutzt werden, nicht ausreichend Budget zur Verfügung zu stellen, um diesen Stimmanteil zu erfassen. So bleiben Umsätze und unzählige Leads oft einfach auf dem Tisch liegen.

Tablets werden beispielsweise bevorzugt abends genutzt, und viele Benutzer browsen dort während des Fernsehens im Internet. Smartphones werden dagegen eher tagsüber von unterwegs aus genutzt. Spitzenkonversionszeiten sind auch branchenabhängig. Zunächst ist es daher unverzichtbar, herauszufinden, wann Ihre Unique Customers am ehesten im Internet für Ihre Inhalte ansprechbar sind.

Bitte beachten Sie

Berücksichtigen Sie die folgenden Erfahrungswerte, bevor Sie zum nächsten Kapitel „Ideen für Test- und Personalisierungsaktivitäten“ übergehen.

Achten Sie im Design Ihrer Tests nicht auf dekorative Details, sondern auf den Zweck.

  • Richten Sie den Flow bewusst auf die Erzielung von Konversionspunkten.
  • Nutzen Sie die Ihnen verfügbaren Flächen zu Ihrem Vorteil.
  • Setzen Sie Bilder gezielt als funktionale Elemente und nicht als Dekoration ein.
  • Gestalten Sie Ihr Angebot in einer vereinfachten Kopie übersichtlich, klar und reibungslos.
  • Verwenden Sie effektive Aktionsaufrufe (CTAs), wenn der Benutzer aktiv werden muss.
  • Gestalten Sie Ihre Angebote, sofern möglich, durch benutzergenerierte Inhalte glaubwürdig.

Vereinfachen Sie Ihre Website.

  • Erwarten Sie vom Kunden nicht, dass er Ihre Inhalte liest. Er wird es nicht tun.
  • Erleichtern Sie ihm das Durchscannen.
  • Verwenden Sie klar gegliederte Blöcke mit Aufzählungszeichen.
  • Achten Sie in Ihrer Kopie auf einen klaren, sequenziellen Gedankenablauf.

Verwenden Sie effektive Aktionsaufrufe (CTAs).

  • Ziehen Sie sich die Schuhe des Kunden an.
  • Verwenden Sie eine aktionsorientierte Sprache.
  • Überlegen Sie sich, was den Kunden zur Konversion motivieren könnte.
  • Adressieren Sie auch das Ergebnis einer Konversion.
  • Stellen Sie sicher, dass CTAs deutlich sichtbar sind!

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