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Viele Unternehmen verwenden Adobe Customer Journey Analytics (CJA), um sich einen umfassenden Überblick über Kundeninteraktionen zu verschaffen. CJA konzentriert sich auf Journeys anstelle von Besuchen, verwendet Datenansichten statt Report Suites und bietet Flexibilität bei der Zuordnung abgeleiteter Felder und der Identitätszusammenführung. Diese Funktionen liefern detailliertere Erkenntnisse, die Analysen intuitiver und effizienter machen.

Viele Unternehmen wechseln zu Adobe Customer Journey Analytics (CJA). Sowohl Adobe Analytics (AA) als auch CJA sind leistungsstarke Tools, die jedoch grundlegend unterschiedliche Ansätze verfolgen. Dieser Artikel konzentriert sich auf die wichtigsten Änderungen, auf die Analystinnen und Analysten bei der Arbeit im Arbeitsbereich stoßen werden, und geht nicht auf technische Unterschiede ein.

Von Besuchen zu Journeys

Der erste und offensichtlichste Unterschied, den Analystinnen und Analysten in einem CJA-Arbeitsbereich feststellen, ist, dass der Schwerpunkt auf Journeys statt auf Besuchen liegt. Dies mag wie eine willkürliche Änderung erscheinen, sie dient jedoch einem bestimmten Zweck. AA konzentriert sich in erster Linie auf die Web-Analyse und verwendet Metriken wie „Treffer“, „Besuche“ und „Unique Visitors“. Diese Perspektive ist zwar wertvoll, aber eingeschränkt. CJA setzt dagegen auf kundenzentriertere Terminologie. Dabei werden umfassendere Begriffe wie „Personen“, „Sitzungen“ und „Ereignisse“ verwendet, um die gesamte Customer Journey über sämtliche Online- und Offline-Touchpoints hinweg besser zu erfassen. Dieser Perspektivwechsel ermöglicht eine ganzheitlichere Sicht auf die Kundin bzw. den Kunden, die über die einfache Website-Traffic-Analyse hinausgeht.

Von Report Suites zu Datenansichten

Die Auswahl der Datenansicht befindet sich oben im CJA-Arbeitsbereich. Sie ähnelt zwar dem Gegenstück in AA, dient aber einem anderen Zweck. AA nutzt Report Suites, während CJA Datenansichten verwendet. Diese Konzepte scheinen zwar ähnlich, die Datenansichten in CJA bieten jedoch mehr Flexibilität.

In den Worten von Adobe: „Mit Datenansichten können Sie die Schemaelement-Einstellungen spontan ändern, ohne dass das Schema in Adobe Experience Platform geändert oder Ihre Customer Journey Analytics-Umgebung erneut implementiert werden muss.“ Im Gegensatz zu den Report Suites in AA, die normalerweise spezifische erfasste Datensätze enthalten, können Sie mit einer Datenansicht in CJA mehrere Datensätze aus verschiedenen Perspektiven in einem einzigen Bericht analysieren. Mit den Einstellungen für die Datenansicht können Sie sofort verschiedene Attributionsmodelle auf Komponentenebene testen, Bot-Traffic mit einer allgemeinen Einstellung filtern oder vor der Implementierung mit neuen Komponentenkonfigurationen experimentieren – all das ohne zusätzliche Kosten.

Von der Verarbeitung zur Verarbeitung zur Berichtszeit

CJA nutzt abgeleitete Felder – eine Weiterentwicklung der Verarbeitungsregeln von AA mit erweiterten Funktionen. Im Gegensatz zu Verarbeitungsregeln, die auf einfachen „Wenn-dann“-Anweisungen basieren, bieten abgeleitete Felder mehr Flexibilität durch leistungsstarke Funktionen wie Klassifizieren, Verketten, Deduplizieren und Suchen und ersetzen. CJA-Admins können sich über eine erhebliche Verbesserung des Arbeitsbereichs freuen: Alle Komponenten können jetzt – ähnlich wie berechnete Metriken und Segmente im AA-Arbeitsbereich – direkt im Arbeitsbereich bearbeitet werden, wodurch Workflows optimiert werden.

Weiterentwicklung über eVars und Props hinaus

Während eVars und Props in Adobe Analytics Workspace-Umgebungen traditionell als grundlegende variable Bausteine fungierten, macht CJA die herkömmlichen zugewiesene Variablenstrukturen überflüssig. Über die CJA-Benutzeroberfläche für Datenansichtseinstellungen können Admins verschiedene Komponenteneinstellungen ändern und anpassen. Dazu gehört die Möglichkeit, die grundlegenden Metrik-Einstellungen für Attribution anzupassen oder die Basis-Einstellungen für Persistenz zu optimieren. Dabei werden alle Änderungen rückwirkend und unterbrechungsfrei angewendet, um die Datenintegrität zu wahren. Diese Flexibilität ermöglicht es CJA-Admins, Komponentenzuordnung und Persistenzeinstellungen an sich ändernde Geschäftsanforderungen anzupassen. Darüber hinaus können Benutzende dieselbe Komponente mehrmals zu einer Datenansicht mit jeweils unterschiedlichen Einstellungen hinzufügen, um die Daten auf verschiedene Weise zu analysieren.

Eine komplette Journey

CJA bietet zwei Optionen für die Identitätszusammenführung: Feldbasierte Zusammenführung und Grafikbasierte Zusammenführung. Diese Systeme arbeiten hinter den Kulissen, um Benutzeridentitäten über verschiedene Touchpoints hinweg mithilfe freigegebener Kennungen abzugleichen. Beim Zusammenführungsprozess können mehrere Benutzersitzungen zu einem einheitlichen Benutzererlebnis kombiniert werden, indem Daten aus verschiedenen Geräten und Quellen zusammengeführt werden. Dadurch wird eine vollständige Datenansicht erstellt, die die komplette Customer Journey anzeigt, sodass Unternehmen klar erkennen können, wie Kundinnen und Kunden über Journeys hinweg interagieren.

Fazit

Obwohl CJA kein „neues Adobe Analytics“ sein oder AA ersetzen soll, stellt es eine wesentliche Weiterentwicklung der Analyseplattform von Adobe dar. Das Produkt bietet viele interessante Verbesserungen, sowohl in seiner zugrunde liegenden Technologie als auch in der Arbeitsbereich-Benutzeroberfläche, die die Analyse intuitiver und effizienter machen. Mit CJA können Analystinnen und Analysten sowie Marketing-Fachleute über die Website-Daten hinaus detailliertere Erkenntnisse zur Customer Journey erhalten – zu schade, dass dies bei der Benennung des Produkts nicht berücksichtigt wurde ;).