Die meisten Marketing-Fachleute erhalten von KI keine schlechten Ergebnisse – sie stellen einfach nicht die passenden Fragen. Prompting ist eine Fähigkeit und wie bei jeder Fähigkeit machen ein paar einfache Gewohnheiten den Unterschied. Wir haben die Best Practices aus den Adobe-Teams und unserer Marketing-Community für Sie zusammengestellt. So wissen Sie, was wirklich funktioniert.
Geben Sie der KI zuerst eine Rolle, bevor Sie eine Aufgabe formulieren
Die KI liefert bessere Ergebnisse, wenn sie weiß, welche Rolle sie einnehmen soll. Beginnen Sie Ihren Prompt daher mit einer klaren Persona und nutzen Sie eine bewährte Prompt-Struktur (siehe unten):
Prompt-Formeln für Ihren Anwendungsfall
Prompt-Formel für Bilder, die Sie in einer Marketingkampagne einsetzen können:
Prompt-Beispiel
„Abenddämmerungs-Porträt [Bildtyp] eines schneebedeckten Himalaya-Schneeleoparden [Subjekt], der auf einem zerklüfteten Granitvorsprung [Aktion] verharrt, der eisige Atem ist in der klaren Bergluft sichtbar; die untergehende Sonne taucht die Szene in ein kühles Blau-Violett, während ein warmer Kantenlichtschein das dichte, gefleckte Fell betont und feine Strukturen sowie durchdringend stahlblaue Augen [Kontext] hervorhebt. Fotografiert mit einer Vollformat-DSLR [Kameratyp], 300-mm-Festbrennweite [Objektiv], f/4, ISO 320, 1/2000 s [Kameraeinstellungen], mit gestochen scharfen Details, subtilen Farbkontrasten zwischen kalten Schatten und bernsteinfarbenen Highlights [Farben] sowie einer rauen, naturfotografischen Magazin-Ästhetik im dokumentarischen Stil [Stil].“
Ereignismarketing: Vorlage für Prompts
Mit dieser Formel erstellen Sie einen vollständigen Event-Promotionsplan – vom ersten Save-the-Date bis zur Nachbereitung nach der Veranstaltung. Je mehr Details Sie anfangs bereitstellen, desto vollständiger und kanaloptimierter ist Ihr Ergebnis.
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[Veranstaltungstyp] – Webinar, Präsenzkonferenz, virtuelles Gipfeltreffen, Produkteinführung
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[Zielgruppe] – Wer nimmt teil und was ist diesen Personen wichtig?
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[Ziel] – Anmeldungen generieren, Pipeline aufbauen, Markenbekanntheit steigern
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[Kanäle] – E-Mail, LinkedIn, bezahlte Social-Media, In-App, Partner-Marketing
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[Zeitplan] – Wann findet die Veranstaltung statt? Wie viele Wochen stehen für die Promotion zur Verfügung?
Beispiel-Prompts
Sie sind Messaging-Strategin oder -Stratege für B2B. Ich habe eine zentrale Produktbotschaft: [Nachricht einfügen]. Formulieren Sie diese als drei separate Versionen – eine für eine VP Marketing in einem Großunternehmen, eine für eine Marketing-Managerin oder einen Marketing-Manager in einem mittelständischen SaaS-Unternehmen und eine für eine Einzelmarketerin oder einen Einzelmarketer in einem Start-up. Jede Version sollte die größte Herausforderung der jeweiligen Zielgruppe direkt ansprechen und deren Sprache nutzen. Halten Sie jede Version unter 100 Wörtern.
Formulieren Sie die Enterprise-Version nun als LinkedIn-Beitrag, als dreizeiligen E-Mail-Einstieg und als 15 Wörter umfassende Anzeigenüberschrift. Der Ton sollte selbstbewusst, aber nicht werblich sein. Verzichten Sie auf die Wörter „innovativ“, „nahtlos“ und „bahnbrechend“.
Tipps aus der Community
Tipp 1: Geben Sie Kontext, nicht nur Anweisungen
Je mehr relevante Details Sie angeben, desto weniger muss die KI raten.
Statt: „Schreibe eine Social-Media-Bildunterschrift.“
Besser: „Schreibe eine Instagram-Bildunterschrift für einen Produkt-Launch für Frauen der Millennials-Generation. Ton: witzig. CTA: Nach oben wischen. Maximal 150 Zeichen.“
Tipp 2: Folgefragen nutzen
Beim Erstellen eines Kampagnenbriefings ist das erste Ergebnis nie die finale Version.
KI verkürzt den langwierigen, zeitaufwändigen Prozess zur Erstellung von Kampagnen-Briefings auf wenige Minuten. Statt verschiedene Datenquellen zu durchsuchen, Erkenntnisse in Dokumente zu kopieren und auf Rückmeldungen von mehreren Beteiligten zu warten, geben Marketingteams einige zentrale Informationen in einen KI-Assistenten ein und erhalten sofort ein strukturiertes, erkenntnisorientiertes Briefing. Das beschleunigt die Planung erheblich. Hier finden Sie eine mögliche Vorgehensweise.
Schritt 1: Ziel der Kampagne klären
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Was möchten Sie erreichen? (z. B. Leadgenerierung, Steigerung der Markenbekanntheit)
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Wer ist Ihre Zielgruppe?
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Welche Kanäle werden Sie nutzen?
Schritt 2: Wichtige Informationen für Prompts zusammentragen
Sammeln Sie alle wesentlichen Angaben:
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Geschäftsziele und KPIs
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Budget und Zeitplan
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Zielgruppe
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Kreative Anforderungen
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Wettbewerbsanalysen
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Kampagnen-Briefing vom Vorjahr, falls vorhanden
Nutzen Sie Folgeanweisungen, um die Verständlichkeit zu prüfen und Ihre Ergebnisse zu optimieren. Hier einige Beispiele:
- „Überprüfen Sie dieses Briefing auf Klarheit, Vollständigkeit und Übereinstimmung mit den Marketingzielen. Geben Sie Verbesserungsvorschläge.“
- „Dieser Ton entspricht nicht unseren Markenrichtlinien. Wir wirken eher [Adjektiv, z. B. selbstbewusst / nahbar / mutig]. Formulieren Sie den Text entsprechend um.“
Tipp 3: Nutzen Sie weitere KI-Tools, um Ihre Prompts zu optimieren
Ein oft unterschätzter Trick: Lassen Sie KI Ihre Prompts verbessern. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie etwas formulieren sollen, fügen Sie Ihre grobe Idee in ein KI-Tool ein und bitten Sie um Hilfe, daraus eine klarere und gezieltere Formulierung zu machen. Sie können auch verschiedene Prompt-Varianten generieren lassen und die auswählen, die am besten zu Ihrem Ziel passt.
Probieren Sie zum Beispiel folgende Prompts:
„Ich möchte einen Prompt schreiben, um eine E-Mail zur Wettbewerbspositionierung zu erstellen. Hier ist meine grobe Idee: [Idee einfügen]. Können Sie daraus einen gut aufgebauten Prompt machen, den ich verwenden kann?“
„Nennen Sie mir 5 verschiedene Möglichkeiten, eine KI dazu zu bringen, eine Produktankündigung für eine B2B-SaaS-Zielgruppe zu verfassen. Variieren Sie dabei jeweils Perspektive und Tonfall.“
Tipp 4: Geben Sie an, was vermieden werden soll
Einschränkungen sind genauso wichtig wie Anweisungen. Wenn Sie wissen, was Sie vermeiden möchten – etwa einen bestimmten Ton, ein unpassendes Wort oder ein ungeeignetes Format – sagen Sie das klar und deutlich. KI reagiert gut auf klare, abgrenzende Anweisungen – so sparen Sie sich viele Überarbeitungsschleifen.
Stattdessen: „Schreiben Sie einen Slogan für unsere Marke.“
Besser: „Nennen Sie 5 Slogan-Optionen.“ Verzichten Sie auf Fachjargon, Schlagworte wie „innovativ“ oder „bahnbrechend“ und Formulierungen mit mehr als 8 Wörtern.
Tipp 5: Fordern Sie mehrere Optionen an, nicht nur eine Antwort
Ein einzelnes Ergebnis ist nur der Anfang. Wenn Sie nach mehreren Varianten fragen, erhalten Sie mehr kreative Auswahl und erkennen leichter, welche Richtung am besten passt. Variieren Sie die gewünschten Stile – zum Beispiel Neugier weckend, nutzenorientiert oder mit Dringlichkeit – und Sie erhalten vielfältigere Vorschläge.
Stattdessen: „Formulieren Sie eine Betreffzeile für eine E-Mail.“
Besser: „Geben Sie mir 10 Betreffzeilen zur Auswahl.“ Kombinieren Sie neugierweckende, nutzenorientierte und handlungsorientierte Formulierungen.
Tipp 6: Optimieren statt neu anfangen
Wenn das Ergebnis nicht passt, verbessern Sie es im gleichen Dialog, anstatt von vorn zu beginnen. Die KI merkt sich den Gesprächskontext während einer Sitzung – nutzen Sie das gezielt. Die meisten Marketing-Fachleute geben nach einem einzigen schlechten Ergebnis auf. Meistens entfaltet sich das Potenzial nach zwei oder drei Eingaben.
Statt neu zu beginnen, probieren Sie Folgendes:
„Guter Anfang. Formulieren Sie den Ton jetzt lockerer und kürzen Sie um 30 Prozent.“
„Entfernen Sie nun alles, was nicht direkt zum Hauptziel beiträgt, und gestalten Sie den Einstieg prägnanter.“
Fazit
Sie müssen keine Prompt-Expertin oder kein Prompt-Experte sein. Sie müssen nur präzise sein. Weisen Sie der KI eine Aufgabe zu, geben Sie Kontext, legen Sie Rahmenbedingungen fest, fordern Sie Varianten an und optimieren Sie kontinuierlich. Mit Übung wird Prompting immer besser – probieren Sie heute einen Tipp aus und beobachten Sie die Veränderungen.
Schnellübersicht: Die Prompting-Formel
Nutzen Sie diese Liste als Checkliste, bevor Sie einen Prompt abschicken:
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Rolle & Expertise – Welche Rolle übernimmt die KI? (z. B. „Sie sind eine B2B-Texterin oder ein B2B-Texter mit über 10 Jahren Erfahrung“)
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Kontext – Wer sind Sie, welches Ziel verfolgen Sie und an wen richtet sich Ihr Prompt?
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Aufgabe – Was genau benötigen Sie? Beschreiben Sie das gewünschte Ergebnis so konkret wie möglich.
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Ausgabeformat – Wie soll die Antwort aufgebaut sein? (Länge, Format, Abschnitte)
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Vorgaben – Was soll vermieden werden? (Ton, Wörter, Länge, Stil)
Ein Dank an die Adobe Community der KI-Expertinnen und -Experten
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