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Was wäre, wenn ein Workflow, der heute fast eine Stunde dauert, mit nur einem Klick zu einem geregelten, wiederholbaren Prozess innerhalb von Experience Cloud werden könnte? Dieser Leitfaden zeigt, wie Adobe App Builder manuelle Arbeitsabläufe in skalierbare Automatisierung umwandelt. Er führt Sie Schritt für Schritt vom Konzept bis zur veröffentlichten Unternehmens-App.

Vor nicht allzu langer Zeit half ich einer großen Fintech-Organisation bei der Optimierung ihrer Adobe Target-Workflows. Das dortige Team verbrachte fast 45 Minuten damit, die Impression-Capping-Logik für jede Aktivität zu konfigurieren – dabei wurden Einstellungen, Zielgruppen, Regeln und Validierungen sorgfältig gegeneinander abgewogen. Während ich dies beobachtete, dachte ich immer wieder, dass es einen besseren Weg geben muss. Was wäre, wenn all dies in nur wenigen Minuten passieren könnte – oder mit einem einzigen Klick?

Das brachte mich direkt zu Adobe App Builder.

In großen Unternehmensumgebungen nutzen Teams häufig eine Kombination aus Tools, Skripts und weitergegebenem Wissen, um Routineaufgaben zu erledigen. Nichts ist wirklich „falsch“, aber es fühlt sich alles so an, als würde es mehr Schritte benötigen, als es sollte. App Builder bietet einen anderen Weg: Anstatt um die Plattform herum zu arbeiten, integrieren Sie den Workflow in die Plattform.

Eine benutzerdefinierte Oberfläche. Innerhalb von Adobe Experience Cloud. Basierend auf Ihrer Logik, Ihren APIs und Ihrer Automatisierung.

Genau das habe ich entwickelt – eine einfache interne App, die das gesamte Impression-Capping-Setup automatisch übernimmt. Was früher Dutzende manueller Aktionen waren, wurde zu einem sauberen Dashboard, das direkt in die Benutzeroberfläche von Adobe eingebettet wurde.

In diesem Artikel erkläre ich, wie App Builder funktioniert, warum es ein so wertvolles Tool für Unternehmens-Teams ist und welche Befehle und Konfigurationen erforderlich sind, um Ihre eigene App zum Laufen zu bringen. Unabhängig davon, ob Sie einen Nischen-Workflow automatisieren oder ein vollständiges internes Produkt erstellen, dieser Leitfaden bietet Ihnen einen soliden Ausgangspunkt.

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Was ist Adobe App Builder?

Adobe App Builder ist ein vollständiges Programm- und Laufzeit-Framework zum Erstellen benutzerdefinierter Cloud-nativer Apps, die auf der Adobe-Infrastruktur ausgeführt werden. Damit können Entwickelnde die Funktionalität von Adobe Experience Cloud, Adobe Experience Platform und anderen Adobe-Produkten erweitern. Mit App Builder können Teams benutzerdefinierte Integrationen zwischen Adobe und Drittanbietersystemen erstellen, um Vorgänge zu optimieren und die Workflow-Effizienz zu verbessern.

App Builder bietet mehrere Vorlagen, die als Ausgangspunkte für verschiedene Integrationstypen dienen. In diesem Artikel konzentriere ich mich auf die Erweiterung excshell, mit der Ihre App direkt in der Adobe Experience Cloud-Shell ausgeführt werden kann.

Jede App ist:

Kurz gesagt: Sie ist Ihr benutzerdefiniertes Erweiterungs-Framework für Adobe Experience Cloud.

Beratungsperspektive

Als Berater begegne ich oft Unternehmens-Teams, die Folgendes erreichen möchten:

App Builder löst das elegant. Das Tool kombiniert sichere Laufzeitaktionen, Spectrum-basierte Benutzeroberflächenkomponenten und geregelte Zugriffssteuerung und ermöglicht so eine schnelle Entwicklung ohne Verwaltung der Infrastruktur oder der Anmeldedaten.

Ein Beispiel aus der Praxis im Überblick

Einer meiner Kunden stand vor einem komplexen Aktivitäten-Setup in Adobe Target, das mehrere technische Schritte umfasste und zeitaufwendig war. Ich bot an, eine App zu erstellen, die das komplexe 45-minütige Setup mit einem einzigen Klick bewältigt. Diese App würde zur Verwaltung von Aktivitäten, Angeboten und Zielgruppen in die Adobe Target-Admin-API integriert. Hauptfunktionen:

Schnellstart (neue Umgebung)

1) Voraussetzungen

2) Initialisierung

Wenn Sie von Grund auf neu beginnen:

3) Konfigurieren von app.config.yaml

Die Datei app.config.yaml definiert, wie Ihre App mit Adobe Experience Cloud integriert wird. Sie teilt App Builder mit, welche Art von Erweiterung Sie erstellen, wo sich Ihre Frontend-Dateien befinden und welche Backend-Aktionen in Adobe I/O Runtime ausgeführt werden sollen.

Auf übergeordneter Ebene bedeutet das:

Kurz gesagt, diese Konfiguration verbindet Ihre Benutzeroberfläche mit Ihrer Backend-Logik und macht die App nach der Bereitstellung für Experience Cloud erkennbar.

4) Lokale Entwicklung

Die App wird unter http://localhost:9080 mit Live-Neuladen und IMS-Authentifizierung bereitgestellt (beim Start in der Experience Cloud-Shell).

5) Bereitstellung in einem Arbeitsbereich

Wechseln des Arbeitsbereichs bei Bedarf (z. B. Staging, Produktion):

6) Veröffentlichen im Katalog (Produktion)

Nach der Exchange-Genehmigung wird die App im App Builder-Katalog für Ihre Organisation angezeigt.

Aktionen (Server-lose APIs)

In dieser App verwendete Beispiele (Node.js, @adobe/aio-sdk + node-fetch):

Jede Aktion ruft ein IMS-Zugriffs-Token aus dem zwischengespeicherten State-Speicher ab (der durch die Aktion getAccessToken gefüllt wird) und ruft Adobe Target-APIs mit Authorization: Bearer <token>- und X-API-Key: <clientId>-Headern auf.

TIP
Kommentieren Sie Aktionen mit „require-adobe-auth: true“ und legen Sie „web: "yes"“ fest, wenn die Anzeige in der Web-Oberfläche erfolgt.

Frontend (Spectrum-Benutzeroberfläche)

Bei der Benutzeroberfläche handelt es sich um einfaches HTML/JS unter Verwendung von Spectrum CSS:

Die Benutzeroberfläche speichert den ausgewählten Arbeitsbereich in localStorage, damit der Filter sitzungsübergreifend beibehalten wird.

Befehlsreferenz

Befehl

Beschreibung

aio login
Authentifizierung bei Adobe IMS
aio app init
Strukturvorlage für ein neues App Builder-Projekt
aio app run
Lokale Ausführung mit Live-Neuladen
aio app deploy
Bereitstellung der App im aktuellen Arbeitsbereich
aio app build
Bündeln von Assets und Aktionen
aio app use -w <Workspace>
Wechsel zu einem anderen Arbeitsbereich
aio app publish
Veröffentlichen im Experience Cloud-Katalog

Best Practices und Hinweise

Dokumentation