Erfahren Sie, wie Inhaltsfragmente und Experience Fragments von AEM zusammenarbeiten, um die Erstellung von Content zu erleichtern, für Markenkonsistenz zu sorgen und echte Omni-Channel-Bereitstellung zu ermöglichen. Finden Sie heraus, wann und warum die Wahl des richtigen Fragments Ihre Content-Strategie entscheidend beeinflussen kann.

In Adobe Experience Manager (AEM) ist Wiederverwendbarkeit der Schlüssel zur Erstellung skalierbarer und effizienter digitaler Erlebnisse. Viele Teams beginnen damit, sich auf Komponenten zu konzentrieren. Komponenten allein sind aber nur bis zu einem gewissen Grad sinnvoll. Sie definieren Layout und Funktionalität, vermischen aber häufig Inhalte mit Design. Das erschwert eine konsistente Wiederverwendung von Daten über verschiedene Kanäle, Websites, Regionen oder Kampagnen hinweg.

Hier kommen Inhaltsfragmente und Experience Fragments ins Spiel. Mit diesen beiden Tools lässt sich Content auf komplementäre Weise von der Präsentation trennen. Bei richtiger Verwendung helfen sie dabei, schneller konsistente Markenerlebnisse zu erreichen, Duplikate zu reduzieren und die Verwaltung von Content über alle digitalen Kanäle hinweg zu vereinfachen. Für flexible Authoring-Workflows und Omni-Channel-Erlebnisse müssen Sie wissen, wann die beiden Tools zum Einsatz kommen.

Wenn Sie den falschen Fragmenttyp für die falsche Aufgabe wählen, kann das die Komplexität erhöhen, das Authoring bremsen und die langfristige Wartung und Aktualisierung unnötig erschweren.

Inhaltsfragmente im Vergleich zu Experience Fragments

In AEM stellen Inhaltsfragmente wiederverwendbare, darstellungsunabhängige Teile strukturierter Inhalte dar. Jedes Fragment basiert auf einem Inhaltsfragmentmodell, das Felder wie Text, Bilder und Links zu Bildern, Dateien oder anderen Inhaltsfragmenten definiert. Da Inhaltsfragmente nicht an ein visuelles Layout gebunden sind, können sie überall verwendet werden: auf Web-Seiten, in Apps oder in beliebigen externen Systemen (über die JSON- oder GraphQL-APIs von AEM).

Experience Fragments hingegen sind wiederverwendbare Gruppen von Komponenten, die sowohl Content als auch Layout enthalten. Sie stellen vollständige Abschnitte eines Erlebnisses dar, z. B. ein Hero Banner, einen Werbebereich oder eine Fußzeile. Sie können über verschiedene Seiten hinweg wiederverwendet oder zur Personalisierung und Verteilung in andere Adobe-Plattformen wie Adobe Target und Adobe Campaign exportiert werden.

Adobe empfiehlt für strukturierte Inhalte, die in vielen verschiedenen Formularen vorkommen, die Verwendung von Inhaltsfragmenten und für Layout-gestützte, markenspezifische Erlebnisse den Einsatz von Experience Fragments. Zusammen ermöglichen sie es Unternehmen, Flexibilität und konsistentes Design miteinander in Einklang zu bringen. Das sind zwei wesentliche Ziele im modernen Digital-Content-Management.

Verwendung von Inhaltsfragmenten

Inhaltsfragmente eignen sich am besten für die Verwaltung strukturierter, wiederverwendbarer Inhalte, die nicht an eine bestimmte Präsentation gebunden sind. Sie sind perfekt für Informationen, die in verschiedenen Kontexten konsistent erscheinen sollen, z. B. Kontaktdaten, Biografien von Autorinnen und Autoren, FAQs oder Pressemitteilungen. Sie eignen sich für wiederverwendbaren Content, der in verschiedenen Kanälen ggf. unterschiedlich aussehen muss.

Da Inhaltsfragmente kanalneutral sind, erlauben sie eine echte Omni-Channel-Veröffentlichung. Teams können Content einmal einrichten und dann überall bereitstellen: auf Websites, in Apps, an Terminals oder grundsätzlich auf jedem Gerät, das mit dem Internet verbunden ist. Diese Trennung zwischen Content und Layout erleichtert die Verwaltung, optimiert Übersetzungs-Workflows und macht Aktualisierungen deutlich effizienter.

Beim Entwerfen von Inhaltsfragmentmodellen ist es am besten, sich diese Modelle wie API-Schemata vorzustellen. Sie sollen stabil, typisiert und minimal sein. Jedes Modell sollte nur die strukturierten Daten erfassen, die kanalübergreifend konsistent bleiben werden. Redaktionelle Unterschiede (z. B. langer Text vs. kurzer Text oder lokalisierte Varianten) können über Inhaltsfragmentvarianten und nicht über separate Fragmente gehandhabt werden. Es wird empfohlen, alle Fragmente unter /content/dam/<site>/content-fragments/… zu organisieren und nach Domain zu gruppieren, z. B. /Artikel, /Kontakte oder /Pressemitteilungen. Wir sollten Inhaltsfragmente als Quellinhalte behandeln, d. h. sie vor großen Bearbeitungen versionieren und von Seiten, Experience Fragments oder anderen Inhaltsfragmenten darauf verweisen.

Verwendung von Experience Fragments

Experience Fragments sind am effektivsten, wenn wir Content wiederverwenden möchten, der bereits Layout und Design enthält. Sie eignen sich perfekt für Kampagnenbereiche, Banner, Hero-Bereiche oder andere Markenblöcke, die auf verschiedenen Seiten oder Sites identisch aussehen sollen.

Experience Fragments helfen bei der Durchsetzung von Markenkonsistenz, beschleunigen die Erstellung von Inhalten und verringern Duplizierung, insbesondere beim Einrichten für verschiedene Websites oder Märkte. Sie lassen sich auch nahtlos in Personalisierungs-Tools wie Adobe Target integrieren, sodass Marken einmal gestaltete Erlebnisse wiederverwenden und gleichzeitig Content an verschiedene Zielgruppen anpassen können. Wenn Ihr Ziel darin besteht, einen konsistenten Look-and-Feel zu wahren und Autorinnen und Autoren gleichzeitig Flexibilität bei der Wiederverwendung formatierter Komponenten zu bieten, sind Experience Fragments genau das richtige Tool.

Spiegeln Sie beim Erstellen von Experience Fragments Ihre Site-Struktur innerhalb der Experience Fragments-Struktur, z. B. /content/experience-fragments/<site>/uk/en. Vermeiden Sie tiefe Verschachtelungen, da in der Regel eine Ebene ausreicht. Halten Sie Variantensätze schlank, indem Sie sie nur bei Bedarf trennen, z. B. nach Kanal, Gebietsschema oder Kampagne. Benennen Sie Varianten auf vorhersehbare Weise, z. B. „Standard“, „Mobile“, „E-Mail“ und so weiter. Sperren Sie zur Wahrung der Design-Kontrolle zulässige Komponenten mithilfe von Richtlinien, damit Autorinnen und Autoren genehmigte Layouts nicht versehentlich ändern können. Verwenden Sie Experience Fragments vor allem nicht für strukturierte Daten oder Situationen, in denen derselbe Content in verschiedenen Designs erscheinen soll. Dafür gibt es Inhaltsfragmente.

Verwendung von beiden Typen

Häufig umfasst die beste Lösung eine Kombination aus beiden Fragmenttypen. Wir können Inhaltsfragmente in Experience Fragments einbetten und so die Vorteile von strukturierten Inhalten in einem wiederverwendbaren Layout nutzen.

In diesen Szenarien ist es wichtig, die Grenzen klar zu halten: Inhaltsfragmente sollen für die Daten und den textlichen Inhalt verantwortlich sein, während Experience Fragments das Layout und die Formatierung bestimmen. Nutzen Sie diese Kombination, wenn strukturierte Daten (wie Biografien, Referenzen oder Kontaktinformationen) in wiederverwendbaren Design-Abschnitten wie Hero Banners, Kartenlisten oder Teasern angezeigt werden sollen.

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Beispiel für Inhaltsfragmente

Ein Unternehmen verwaltet Hunderte von Kontaktprofilen für Führungskräfte, Sprecherinnen und Sprecher und Vertriebschefs. Jeder Kontakt enthält Felder wie Name, Titel, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und ein Bild. Durch das Definieren eines Inhaltsfragmentmodells für Kontakte können wir eine zentrale Datenquelle pflegen, die verschiedene Komponenten auf Seiten wie „Über uns“, „Führungsebene“, „Standorte“ oder „Kontakt“ speist, ohne dieselben Daten neu zu erstellen.

Das folgende Beispiel für Inhaltsfragmente ist effektiv, da Kontaktdaten strukturiert und wiederverwendbar sind und in verschiedenen Layouts angezeigt werden können, ohne die zugrunde liegenden Daten zu ändern. Beispiele für solche Layouts sind Aufzählungslisten, Profil-Teaser oder Karten-/Team-Raster.

Ein unpassendes Beispiel wäre die Erstellung einzelner Kontakte als Experience Fragments. Bei diesem Ansatz würde das Layout mit Content verknüpft, wodurch es schwierig wird, dieselben Daten in verschiedenen Komponenten-Designs oder anderen Kanälen wiederzuverwenden.

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Beispiel für Experience Fragments

Ein globales Marketing-Team führt eine saisonale Kampagne zur Förderung einer neuen Produktlinie durch. Die Kampagne enthält ein Hero Banner mit einem Bild, einem Slogan, einem Kurztext und einem CTA. Das Team erstellt die Kampagne als Experience Fragment und gestaltet Varianten für Desktop- und Mobilgeräte sowie für einzelne regionale Märkte. Autorinnen und Autoren können dasselbe Banner dann für verschiedene Landingpages wiederverwenden, um für visuelle Konsistenz und schnellere Kampagnen-Rollouts zu sorgen. Außerdem kann das Marketing-Team dasselbe Fragment zur Personalisierung in Adobe Target oder externe Kanäle wie E-Mail oder Microsites exportieren, ohne das Layout neu erstellen zu müssen.

Das ist ein gutes Beispiel, da das Experience Fragment sowohl das Design als auch den Content zusammenhält. Damit kann es als vollständig gestalteter, für die Marke genehmigter Block wiederverwendet werden. Autorinnen und Autoren müssen das Fragment nur einmal aktualisieren, damit alle Instanzen auf der Site (und in den Kanälen) die Änderungen sofort übernehmen.

Ein unpassendes Beispiel wäre der Versuch, dieselbe Kampagne ausschließlich mit Inhaltsfragmenten zu erstellen. Da Inhaltsfragmente kein Layout aufweisen, ist für jede Seite oder jeden Kanal eine benutzerdefinierte Implementierung zum Rendern des Designs erforderlich. Dadurch wird der Rollout gebremst und besteht das Risiko einer inkonsistenten Formatierung in verschiedenen Märkten.

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Beispiel für beide Typen

Eine Publishing-Site definiert zwei Inhaltsfragmentmodelle, eines für Artikel und eines für Autorinnen und Autoren. Das Inhaltsfragment für Artikel enthält Felder wie Titel, Einleitung, Haupttext und dargestelltes Bild. Das Inhaltsfragment für Autorinnen und Autoren enthält Felder für Name, Rolle, Portrait und Kurzbiografie. Editorinnen und Editoren erstellen für jede Autorin bzw. jeden Autor und jeden Artikel individuelle Fragmente, wobei alle Inhalte strukturiert und wiederverwendbar bleiben.

Auf der Seite mit Autorendetails wird ein Experience Fragment genutzt, um diese strukturierten Daten in einem kohärenten Design zusammenzuführen. Die Hero-Banner-Komponente im Experience Fragment verweist für Name, Bild und Biografie auf das Inhaltsfragment für Autorinnen und Autoren. Gleichzeitig ruft eine Komponente für verwandte Artikel darunter dynamisch Inhaltsfragmente für Artikel ab, die von derselben Autorin bzw. demselben Autor verfasst wurden. Das Experience Fragment definiert das Layout, die Typografie und die Komponentenstruktur, während die Inhaltsfragmente die tatsächlichen Daten und Textinhalte bereitstellen.

Dies ist ein gutes Beispiel für eine Hybridlösung, da die Verwaltung des Contents vom Layout und der Präsentation getrennt ist. Editorinnen und Editoren können Autorendaten oder Artikeltext einmal aktualisieren. Die Änderungen werden dann automatisch an alle Seiten und Erlebnisse übertragen, die diese Fragmente nutzen. Dabei behält das Design-Team im ganzen Experience Fragment-Layout die Kontrolle darüber, wie Inhalte visuell dargestellt werden.

Ein unpassendes Beispiel wäre die Erstellung einer gesamten Autorenseite (einschließlich Layout und Text) als eigenständiges Experience Fragment. Bei diesem Ansatz wären Design und Daten eng miteinander verknüpft, was die Wiederverwendung von Autoren- oder Artikeldaten in anderen Komponenten bzw. die Bereitstellung für andere Kanäle erschweren würde.

Zusammenfassung

Bei der Entscheidung für Inhaltsfragmente oder Experience Fragments geht es nicht nur darum, wie AEM Content speichert, sondern auch darum, wie Ihre Teams Erlebnisse erstellen, verwalten und skalieren. Inhaltsfragmente zeichnen sich durch hervorragende Struktur und Wiederverwendbarkeit aus, während Experience Fragments die Geschwindigkeit und Konsistenz gestalteter Abschnitte erhöhen. Wenn die beiden Typen durchdacht kombiniert werden, bilden sie die Grundlage für nachhaltige Authoring-Workflows, die sich über Marken, Sprachen und Regionen hinweg skalieren lassen.

Die richtige Balance hängt von Ihren Zielen ab: strukturierte Inhalte für die Omni-Channel-Bereitstellung, konsistente Layouts für Markenkampagnen oder beides für komplexe, aber wiederverwendbare Erlebnisse. Teams, die frühzeitig in eine klare, gut definierte Fragmentstrategie investieren, reduzieren nicht nur Wartungskosten, sondern gewinnen auch an Agilität. So können Teams neue Seiten, Märkte oder Kampagnen starten, ohne jedes Mal das Rad neu erfinden zu müssen.