Best Practices für Journey Optimizer Experimentation Accelerator content-experiment-best-practices

Was sind A/B-Tests?

Bei A/B-Tests werden zwei oder mehr Varianten eines Objekts verglichen, um zu ermitteln, welche Variante bezüglich eines definierten Ziels besser abschneidet.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip einer Version zugewiesen, die als Variante bezeichnet wird. Anschließend wird ihr Verhalten verfolgt. Die Ergebnisse zeigen, ob eine Variante die anderen statistisch übertrifft.

Wichtige Terminologie

Begriff
Definition
Kontrollvariante
Die Originalversion, die als Baseline für den Vergleich verwendet wird.
Variante oder Abwandlung
Eine neue Version, die für Tests mit der Kontrollvariante erstellt wird.
Hypothese
Eine Vorhersage, welche Veränderung bessere Ergebnisse hervorbringen wird und warum.
Stichprobengröße
Die Anzahl der Einzelpersonen oder Sitzungen, die in den Test eingeschlossen werden.
Statistische Signifikanz
Ein Maß für die Konfidenz, dass die Ergebnisse nicht auf Zufallsfehler zurückzuführen sind.
Anstieg
Die prozentuale Verbesserung oder Verschlechterung einer Variante im Vergleich zur Kontrollvariante.
Primäre Metrik
Das wichtigste Maß, mit dem der Erfolg des Tests bestimmt wird.
Sekundäre Metriken
Unterstützende Metriken, die zusätzliche Erkenntnisse liefern oder bei der Überwachung unbeabsichtigter Effekte helfen.
Konfidenzintervall
Der geschätzte Bereich, in den der wahre Effekt wahrscheinlich fallen wird.
Segment
Eine bestimmte Teilmenge der Zielgruppe, die unabhängig analysiert wird (z. B. neue Benutzende, Besuchende mit Mobilgeräten).

Best Practices für die Durchführung von Experimenten

  • Mit einer klaren Hypothese beginnen

    Eine starke Hypothese beinhaltet das, was Sie ändern, was Ihren Erwartungen nach passieren soll und warum.
    Beispiel: Wir glauben, dass eine Änderung von X den Wert Y wegen Z erhöhen wird.

  • Aussagekräftige Erfolgsmetrik definieren

    Wählen Sie eine Metrik, die zu Ihren übergeordneten Zielen passt. Vermeiden Sie „leere“ Metriken, die gut aussehen, aber keine echten Auswirkungen widerspiegeln.

  • Jeweils eine Änderung testen (sofern möglich)

    Durch eine Isolierung von Variablen lassen sich Ergebnisse einfacher genau interpretieren. Wenn Sie mehrere Änderungen auf einmal testen, wissen Sie möglicherweise nicht, was den Effekt verursacht hat.

  • Test ausreichend lang ausführen

    Vorzeitige Schlussfolgerungen können irreführend sein. Warten Sie auf eine statistisch signifikante Stichprobengröße, bevor Sie aktiv werden.

  • Auf externe Faktoren achten

    Saisonabhängigkeit, Feiertage und andere Änderungen in Ihrer Umgebung können Ergebnisse verfälschen. Dokumentieren Sie alles, was das Verhalten während des Tests beeinflussen könnte.

  • Segmentierung durchdacht verwenden

    Wenn Sie Ergebnisse nach Zielgruppensegmenten aufschlüsseln, können verborgene Muster sichtbar werden. Sie sollten jedoch kleine Stichprobengrößen nicht überinterpretieren.

  • Erkenntnisse dokumentieren und teilen

    Halten Sie klar fest, was getestet wurde, warum und was Sie gelernt haben. Das schafft institutionelles Wissen und verhindert Wiederholungsfehler.

Allgemeine Metriken

Metrik
Was sie misst
Verwendung
Konversionsrate
Der Prozentsatz der Benutzenden, die eine gewünschte Aktion abgeschlossen haben
Nützlich zum Tracking des Erfolgs bei einem zielgesteuerten Erlebnis
Klickrate (CTR)
Der Prozentsatz der Benutzenden, die auf ein bestimmtes Element klicken
Gibt an, wie überzeugend das Erlebnis ist
Interaktionsrate
Der Grad der Interaktion der Benutzenden mit dem Erlebnis
Gut zum Messen von Interesse oder Aufmerksamkeit
Bounce-Rate
Der Prozentsatz der Benutzenden, die schnell wieder gehen, ohne Aktivitäten auszuführen
Kann auf ein unpassendes oder verwirrendes Erlebnis hindeuten
Zeit auf Seite
Die Zeit, die Benutzende mit einem bestimmten Teil des Erlebnisses verbringen
Kann die Tiefe des Interesses oder Komplexität widerspiegeln
Umsatz pro Besucherin bzw. Besucher (RPV)
Durchschnittlicher Umsatz pro Benutzerin bzw. Benutzer
Wird häufig in Commerce-fokussierten Experimenten verwendet
Bindungsrate
Der Prozentsatz der Benutzenden, die im Laufe der Zeit zurückkehren oder aktiv bleiben
Nützlich für langfristige Wertermittlungen

Was macht ein gutes Experiment aus?

Ein gutes Experiment führt nicht nur zu einem Erfolg, sondern auch zu einem klaren, verwertbaren Lernen.
Achten Sie auf Folgendes:

✓ Statistische Konfidenz: Der Unterschied zwischen den Varianten ist wahrscheinlich nicht zufällig.
✓ Ausrichtung an Zielen: Die primäre Metrik spiegelt bedeutenden Fortschritt bei der Erreichung eines Geschäftsziels wider.
✓ Sekundäre Auswirkung: Keine signifikanten negativen Auswirkungen auf zugehörige Metriken.
✓ Skalierbarkeit: Das Ergebnis kann für zukünftige Entscheidungen genutzt oder auf andere Bereiche verallgemeinert werden.
✓ Klarheit: Die Ursache des Ergebnisses ist relativ gut isoliert und bekannt.

Beim Experimentieren geht es nicht nur darum, die „beste“ Variante zu finden, sondern auch darum, durch Tests und Iterationen Wissen aufzubauen. Gut durchgeführte Experimente liefern Erkenntnisse, die zu intelligenteren Entscheidungen, besseren Anwendererlebnissen und optimierten Ergebnissen führen.

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Beispiel:

  • Unternehmen: Hotelkette

  • Hypothese: Wenn wir auf der Homepage Formulierungen mit größerer Dringlichkeit verwenden, führt dies zu mehr Buchungen.

    • Kontrollvariante: Originalversion
    • Variante: Neue Version mit mehr Dringlichkeit
    • Primäre Metrik: Buchungsrate
    • Sekundäre Metriken: Bounce-Rate, Besuchszeit pro Site
  • Ergebnis: Die Variante führte zu einer Steigerung der Buchungsrate um 14 %, ohne dass sich andere Metriken negativ änderten.

  • Aktion: Erwägen Sie, die Variante einzuführen und Folgeexperimente durchzuführen, um ähnliche Ansätze in anderen Bereichen zu testen.

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